Sonntag, 28. August 2016

Muschelkranz...

Nachdem es hier länger sehr ruhig war, ist es endlich wieder Zeit für einen Post. Dass ich nicht zum Bloggen kam hatte mehrere Gründe. Erstens hatte ich einfach viel zu viel zu tun und zweitens hat mir der Signore (wundervoller Mann der er ist) einen neuen Laptop gekauft. Das Ding ist wunderhübsch silbern und hat einen weissen Apfel auf der Hülle... Das war für mich als eingefleischte PC-Benützerin eine gewisse Herausforderung und ich brauchte einige Zeit, bis ich mich damit zurecht gefunden habe. Nun läufts aber gut und ich freue mich an meinem stylischen neuen Arbeitsgerät (auf das kommt es doch an, dass ein Laptop gut aussieht;) und dass ich endlich meine Sommerdeko mit Euch teilen kann.
 
Ihr wisst ja, dass es den Signore und mich in den Sommerferien in die Bretagne und in die Normandie gezogen hat. Am Strand vor unserem Hotel in Cabourg hatte es bei Ebbe jeweils meterbreite Muschelbänke. Ich habe also einen wirklich grossen Sack damit gefüllt und mit heim genommen. Und natürlich ist er mir beim Ausladen aus dem Auto in unserer Tiefgarage prompt gerissen (der Sack war aus Papier und die Muscheln noch nass). Ich habe meine Schätze also ein zweites Mal eingesammelt und jetzt ist daraus eine maritime Deko geworden, die mir den Sommer hoffentlich noch eine Weile bewahrt.

Ich habe dafür einen Styroporkranz verwendet, den ich mit weissem Satinband umwickelt habe - für den Fall, dass man irgendwo noch ein Stück vom Kranz sieht. Danach habe ich mit Heissleim zuerst die Muscheln aufgeklebt und das Ganze zum Schluss noch mit Süsswasserperlen vom Markt in Florenz (hier und hier habe ich darüber berichtet) ergänzt.

Ich freue mich wirklich sehr über mein Werk (ich habe ja bereits hier darüber berichtet, dass ich Kränze sehr gerne mag) und hoffe, dass es uns noch lange die Erinnerung an den Sommer und das Meer bewahrt. Und vielleicht habt Ihr ja auch noch ein paar Muscheln aus den Ferien Zuhause, aus denen Ihr eine schöne Deko basteln könnt?!

Herzlichst,
Eure Signora Pinella

Donnerstag, 11. August 2016

Kouignettes…

Wenn es etwas gibt, das mich unsagbar glücklich macht und mir ein Gefühl von Behaglichkeit gibt, dann ist das Caramel mit Fleur de Sel. Also jede Variante von gesalzenem Caramel. In letzter Zeit fand ich mein Leben nicht so besonders lustig und da ich auf dem Blog über die Dinge berichten will, die mich wirklich glücklich machen und wundervoll sind, war es hier halt etwas still. Heute habe ich dann entschieden, dass die kleinen Caramel-Küchlein aus der Bretagne (ich habe bereits hier darüber geschrieben) mich glücklich machen würden. Denn dass ich einfach mal etwas für mich backe, ohne dass Besuch kommt oder ich eine Person beschenken will, kommt so gut wie nie vor. Also habe ich mich in die Küche gestellt und mir Kouignettes gebacken und als ich in das erste dieser süssen, kleinen Küchlein gebissen habe, war das ein Moment puren Glücks… Aussen kross und karamellisiert und Innen süss, weich und buttrig.
Da ich dieses Glücksgefühl gerne mit Euch teilen möchte, habe ich hier das Rezept für Euch.

Zutaten: 250 g Weissmehl, 10g Frischhefe, 220g Butter, 200ml Wasser, 200g Zucker, Fleur de Sel

Zubereitung: Die Basis für Kouignettes ist ein simpler Hefeteig. Dazu die Hefe im Wasser auflösen, 10g Butter schmelzen, eine Prise Salz dazu geben und alles gut zu einem glatten Teig verkneten und diesen eine Stunde zugedeckt bei Zimmertemperatur gehen lassen.

Derweilen den Rest der Butter in kleine Würfel schneiden und bei Zimmertemperatur weich werden lassen.

Wenn der Teig auf doppelte Grösse aufgegangen ist, wird er auf einer gezuckerten, trockenen Unterlage in ein Quadrat ausgerollt. Danach die Hälfte des Teiges mit der Hälfte der Butter bestreichen, etwa ein Drittel des Zuckers und etwas Fleur de Sel darüber streuen. Den Teig zusammenfalten und mit dünn ausrollen. Danach wird das Prozedere wiederholt. Zum Schluss den Rest des Zuckers über das Teigquadrat streuen und den Teig zu einer Rolle formen und in zwölf Stücke schneiden. Diese in eine Muffinform geben, die mit der restlichen Butter gut eingefettet wurde. 

Die Kouignettes für 20 Minuten im auf 200 Grad vorgeheizten Ofen backen und gleich nach dem Backen aus der Form holen, da sie sich wegen des Caramels sonst nicht mehr lösen lassen.
Auch wenn es sich zuerst vielleicht etwas aufwändig anhört, sind Kouignettes eigentlich einfach herzustellen. Ihr könnt den Teig auch in eine grosse runde Form geben, daraus entsteht dann die grosse Version „Kouign-Amann“. Das ist übrigens bretonisch und wird ungefähr „Kuinjaman“ ausgesprochen. Der Signore bekommt das immer noch nicht hin und spricht stur von Korallenküchlein… Er mag auch das viele Salz nicht und hat schon erklärt, dass ich den Kuchen in Zukunft bitte ohne Salz und mit Äpfeln backen soll. Das ist auch lecker. Aber heute ging es halt einfach mal um mich und manchmal muss das sein, dass man nur macht, was man möchte… Dann geht es einem auch wieder gut;)

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Die Bilder vom Meer habe ich in Portmanech gemacht… Ist die Bretagne nicht einfach wunderschön?

Montag, 1. August 2016

Ligne de Flottaison...

Es ist schon wieder viel zu lange her, dass der Signore und ich den Ferien waren und irgendwie ist der Alltag stärker und mit viel mehr Wucht über uns hineingebrochen, als das normalerweise der Fall ist nach Sommerferien. Gerade deshalb musste ich heute an die schöne Zeit in der Bretagne denken und will Euch noch eine kleine, modische Trouvaille zeigen, die ich gefunden habe. An unserem letzten Tag in Concarneau liefen wir zufälligerweise an einem frisch eröffneten Laden vorbei. Dort wird maritime Mode unter dem Titel „Ligne de Flottaison“ verkauft.
Wie das bei uns immer läuft, bin ich sofort in den Laden hinein gewieselt und der Signore folgte mir widerwillig… Der Besitzer zeigte uns dann nicht nur das Geschäft, sondern auch die Werkstatt, wo die coolen Taschen genäht und die Shirts und Hoodies mit eigenen Logos im Siebdruckverfahren bedruckt werden. Immer wenn Leute selber kreativ werden und solche Sachen machen, bin ich schwer beeindruckt und möchte der ganzen Welt davon erzählen… 

Leider sind die Sachen bisher nur in Concarneau im wirklich wundervoll gestalteten Shop von "Ligne de Flottaison" erhältlich. Bald schon soll es aber einen Online-Shop geben. Am besten schaut Ihr einfach regelmässig auf der Facebook-Seite von „Ligne de Flottaison“ https://www.facebook.com/Ligne-de-flottaison-Concarneau-1489298181322003/ vorbei, dann erfährt Ihr auch, wann die Sachen bestellbar sind.

Solltet Ihr nicht so lange warten mögen, kann ich Euch auch die Kleider von Saint James sehr empfehlen. Sie werden in Frankreich produziert, sind zwar etwas teurer, aber qualitativ sehr hochwertig und zumindest in der Schweiz teilweise auch erhältlich. Sogar der Signore hat sich einen wundervollen, blau-weiss-gestreiften Seemannspullover gekauft, in dem er zum Anbeissen aussieht mit seinem gebräunten Teint und den blauen Augen. Schmacht…
So, dass als kurzer Gruss von mir. Ich weiss, dass es hier im Moment sehr ruhig ist. Leider ist es das in meinem Leben nicht und daher fehlt einfach oft die Zeit und Energie zum Bloggen. Ich hoffe, dass sich das bald ändert… Über die genauen Umstände und das Warum werde ich Euch dann sicher noch berichten. Im Moment komme ich aber immer mehr zur Erkenntnis, dass Kreativität Raum braucht und man manchmal etwas Altes loslassen muss, wenn man gerne etwas Neues beginnen will. Diese Prozesse sind nicht immer einfach und tun weh. Trotzdem wünsche ich mir und auch Euch gerade am heutigen Tag den Mut und die Kraft die Flügel aufzuspannen und zu fliegen!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Freitag, 29. Juli 2016

Pasta einmal ganz anders...

Im Moment bin ich kulinarisch etwas auf der Suche. Als wir in Italien gelebt haben, war die italienische Küche für mich der Massstab für alles und ich habe sie zelebriert. Seit wir zurück sind entdecke ich auch immer mehr wieder die wirklich hervorragenden Produkte meiner Heimat. So habe ich auch das Rezept für meine hausgemachten Cannelloni mit Ziger-Lattich-Füllung entwickelt.
Cannelloni sind eigentlich Teigröhren, die häufig mit Ricotta und Spinat gefüllt und danach mit Käse- oder Rahmsauce überbacken werden. Sie sind echt lecker und ein Klassiker in der italienischen Küche. Aber ich bin nun halt wieder zurück in der Schweiz und habe beschlossen, dass ich all die leckeren Sachen aus Italien ganz einfach mit Schweizer Zutaten zubereiten kann. Dazu habe ich mir frischen Ziger (das ist unsere Bezeichnung für Ricotta) aus dem wunderschönen Justistal im Berner Oberland geholt und den Spinat einfach mit Lattich ersetzt.

Da hausgemachte Cannelloni einfach um etliches besser sind als gekaufte Teigwaren, habe ich auch die selber hergestellt. Pasta selber zu machen ist simpel und solltet Ihr erst noch eine Pastamaschine haben, dann geht es fast von selbst. Auf www.hagengrote.de findet Ihr eine grosse Auswahl an Hilfsmitteln um selber Pasta herzustellen - an dieser Stelle Danke an Hagen Grote für die Zusammenarbeit.

Und hier nun also mein Rezept für hausgemachte Ziger-Cannelloni mit Lattich

Zutaten
Pastateig: 150g Chnöpflimehl, 1 Ei, 1 El Olivenöl, 3 El Wasser, ½ Teelöffel Salz
Füllung: 300g Lattich, 300g frischer Ziger, 1dl hochwertige Bouillon, 1 Mittelgrosse Zwiebel, 1 EL Butter, Salz und Pfeffer
Guss: 1El Maisstärke, 1 dl Wasser, 3dl Milch, 1 dl Rahm, 200g Reibkäse, Salz, Pfeffer und Muskatnuss

Zubereitung
Zuerst die Zutaten für den Pastateig in einer Schüssel zusammen verkneten und eine halbe Stunde zugedeckt ruhen lassen.

Derweilen den Lattich waschen und in kleine Streifen schneiden. Die Zwiebel hacken und in Butter andünsten, den Lattich mitdünsten und das Ganze dann mit der Bouillon ablöschen, den Ziger dazu geben und die Masse mit den übrigen Gewürzen abschmecken.

Nun wird der Pastateig ausgerollt (wer keine Pastamaschine besitzt, kann zur Not auch das Teigholz benutzen – sonst kann ich diese Maschine hier sehr empfehlen) und quadratische Stücke ausschneiden. Diese werden dann mit der der Ziger-Lattich-Füllung gefüllt und zusammen gerollt.
Nun die Maisstärke im Wasser auflosen und zusammen mit der Milch dem Rahm, dem Käse und den Gewürzen zu einer sämigen Sauce aufkochen.

Etwas von der Sauce in eine Gratinform geben, dann die Cannelloni hineinschichten und mit dem Rest der Sauce übergiessen. Das Ganze für 20 Minuten im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen gratinieren.
Der Ziger von der Alp (über das schöne Justistal habe ich bereits hier berichtet) wird über dem Feuer hergestellt und hat dadurch eine leicht rauchige Note und einen stärkeren Eigengeschmack als Ricotta. Ich mag ihn aber sehr und freue mich, dass ich so die Schweizerische und die Italienische Küche etwas näher zueinander gebracht habe. Solltet Ihr übrigens keinen Ziger bekommen, könnt Ihr das Rezept auch mit Ricotta kochen. Aber den Lattich würde ich unbedingt ausprobieren. Dieses Gemüse wir definitiv unterschätzt!

Ich wünsche Euch ein erholsames Wochenende!

Herzlichst, Eure Signora Pinella.