Montag, 12. Juni 2017

Lasst uns Blumenkränze winden...

Immer wieder habe ich Ideen für Projekte, in die schlussendlich viele Mitglieder der Familie Pinella involviert sind. Vielleicht sorgt das manchmal nicht nur für Freude, aber schlussendlich bringt es uns zusammen und lässt uns kreativ sein. So hatte ich kürzlich die Idee, für meine Arbeit bei der Zeitung einen Gestaltungstipp mit Blumen zu machen. Mama Pinella war mein Handmodell und Nipotina Pinella (ich bin auch ihre Patentante;) wurde als Blumenkind verpflichtet. Gerade Letztere fand das dann doch ganz angenehm - sie kommt nun langsam ins Alter, in dem sie sich für schöne Kleider und sogar für Hochzeiten interessiert... Anbei nun also die Anleitung für eine romantische und sehr verspielte Blumendekoration.
Blumen machen besondere Feste noch viel schöner. Wenn sie frisch geschnitten und zu Kränzen verarbeitet werden, sind sie nicht nur eine wundervolle Dekoration, sondern auch ein hübscher Schmuck für die Häupter kleiner Blumenkinder oder sogar für Bräute.

Die Blumen für die Kränze können je nach Saison variiert und müssen auch nicht unbedingt gemischt werden. Besonders für ganz kleine Kinder sehen reine Schleierkraut- oder Hortensienkränze hübsch aus. Wichtig ist es, dass man sich das Material wie das Steckmoos oder das Kranzgerüst, den Draht, das Satinband und eine gute Schere oder Zange vorher zurecht legt, damit die Arbeit in einem Zug ausgeführt werden kann.

Wer Blumen lange frisch halten will, steckt sie am besten in Kränze aus Steckmoos. Diese gibt es in Fachgeschäften oder teilweise auch in der Blumenabteilung grösserer Supermärkte. Vor der Verarbeitung der Blumen sollte das Steckmoos gut in Wasser eingelegt werden. Die Blumen werden etwa fünf Zentimeter unter dem Kopf abgeschnitten. Beispielsweise Hortensienblüten sind sehr weich und etwas schwierig zum Stecken. Daher sollten sie zuerst mit feinem Draht zu kleinen Sträusschen geformt und die Stiele damit fixiert werden. So lassen sie sich einfacher verarbeiten. Danach werden zuerst die grossen Blumen platziert, und dann wird der Kranz mit kleineren Blüten und Grünzeug ausgarniert und zum Abschluss allenfalls mit einem Satinband verziert.

Blumenkränze, die auf einen trockenen Untergrund gebunden werden, bleiben zwar weniger lange frisch, sind aber ein schöner Schmuck für Blumenkinder oder sogar für Bräute. Um den Blumen den nötigen Halt zu geben, werden sie auf einen individuell angefertigten Kranz aus Peddigrohr oder feinen Weidezweigen gebunden. Dieser Kranz sollte vorher von der Trägerin anprobiert werden, damit er auch wirklich passt. Die Blumen können mit einfachem Draht oder Faden angebunden werden. Besonders schön sieht es aber aus, wenn man ein Satinband verwendet. 

Auch bei dieser Machart ist es sinnvoll die Blumen, nachdem sie gekürzt wurden, mit einem Draht direkt unter dem Blütenkopf zu fixieren und den ganzen Stiel damit einzuwickeln. Die Blumen werden dann in kleinen Sträusschen an dem Kranz festgemacht und zum Schluss gut mit dem Satinband und allenfalls einer Schleife fixiert. Damit die gebundenen Kränze frisch bleiben, weil sie zum Beispiel schon am Vorabend gebunden wurden, wird etwas weicheres Packpapier darum herum drapiert und das Ganze gut mit einem Wäschespray befeuchtet. Auch tagsüber sollten die Blumen immer wieder mit etwas Wasser besprüht werden. Wenn die Blumen so im Kühlschrank gelagert werden, bleiben sie über Nacht frisch und machen am nächsten Tag der Trägerin mit Sicherheit viel Freude.

Ich hoffe, dass ich Euch ein paar hilfreiche Tipps und Inspirationen geben konnte und wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Hier noch das Video zu den Kränzen...


Montag, 29. Mai 2017

Mutige Grüsse aus dem Paradies...

Wie Ihr letzte Woche vielleicht bereits erraten konntet, habe ich mal wieder meinen Geburtstag gefeiert. Ich berichte Euch ja eigentlich jedes Jahr davon. Ich mag Geburtstage. Aber das Feiern hatte halt auch zur Folge, dass ich nicht zum Bloggen kam. Das will ich nun nachholen. Denn ich habe seit ein paar Wochen Bilder von einem der schönsten Orte, an dem ich je war, für Euch vorbereitet...
Wie Ihr ja wisst, hat sich meine Suocera eine Ferienwohnung im Tessin zugelegt. Ich finde das eine ganz wunderbare Idee, da der Signore und ich so regelmässig in die Sonnenstube der Schweiz kommen und darum haben wir kürzlich auch an einem unserer Tessin-Wochenenden einen Ausflug auf die Isole di Brissago gemacht - hier findet Ihr alle Informationen dazu.

Wir mögen diese Ausflüge sehr der Signore und ich. Sie tun uns gut und wir haben Zeit über Gott und die Welt zu sprechen. Mir gingen dabei auch einige Gedanken rund um den Geburtstag durch den Kopf. Dieses Jahr erlebte ich meinen Geburtstag so entspannt wie lange nicht mehr. Ich hatte alles was ich brauchte: Liebe Menschen und leckeren Kuchen.

An Geburtstagen denke ich auch immer daran, was im Jahr zuvor war. Vielleicht machte mich auch das so zufrieden und dankbar. Denn vor einem Jahr ging es mir wirklich nicht gut und ich spürte, dass ich etwas ändern muss... Aber das braucht Mut. Und erstaunlicherweise fiel mir auf, dass ich im letzten Jahr mehr Mut hatte, als in den Jahren zuvor. Ich hatten den Mut eine Arbeitsstelle zu verlassen, ohne zu wissen, was danach kommt und ich habe endlich allen Mut zusammen genommen und meinen Führerschein gemacht. Das ist eine laaaaaange Geschichte, die ich Euch schon lange erzählen wollte. Das Autofahren war für mich immer mit schrecklichen Ängsten verbunden. Ich bekam es einfach nicht hin und ich schämte mich, dass ich es nicht konnte, weil es für alle anderen so einfach schien.

Zum Glück fand ich einen sehr guten Fahrlehrer und bekam tatkräftige Unterstützung von meiner Sorella www.madamegaianna.blogspot.ch Die beiden glaubten immer an mich und gaben mir nie das Gefühl dumm oder minderwertig zu sein. Und nun kurve ich schon seit einem Jahr durch die ganze Schweiz (ich habe die Prüfung genau einen Tag vor meinem Geburtstag gemacht) und nicht nur das. Ich mag es so sehr und meistere ohne Probleme Routen, vor denen viele andere grossen Respekt haben und sie gar nicht erst fahren. Der Signore und ich haben manchmal sogar ein bisschen Streit, wenn es darum geht wer fahren darf;)
Ängste sind für unser Umfeld manchmal unverständlich und ich habe gelernt, dass ich nicht immer allen alles begreiflich machen kann was mich quält und ich muss das auch nicht tun. Erklären wird leider oft zum Rechtfertigen. Aber an Tagen, die einfach golden sind und an denen ich Zeit habe mit dem Signore über unser Leben zu sprechen, merke ich immer wieder, wie dankbar ich für die Menschen bin, die mich lieben und so nehmen wie ich bin, auch wenn sie mich nicht immer verstehen. Und ich bin auch dankbar für Menschen, die mich mit ins Paradies nehmen und mit mir schöne Stunden verbringen und ihr Leben teilen - wie der Signore auf den Isole di Brissago und auch liebe Freunde und meine Familie. Aber ich bin auch unsagbar dankbar für die Menschen, die mir manchmal einen sanften Tritt in meinen Allerwertesten geben und mich so vorwärts bringen und über mich selber hinaus wachsen lassen.

"Mut ist Angst, die gebetet hat", sagte die Holländische Widerstandskämpferin Corrie ten Boom. Das glaube ich auch. Mut ist für mich auch der Glaube daran, dass ich mich verändern kann und sich Dinge zum Guten wenden, wenn ich trotz Angst einfach Schritt für Schritt vorwärts gehe.

Ich hoffe, dass Euch der kleine Ausflug in meine Gedankenwelt und auf diese Trauminsel gefallen hat!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Mittwoch, 24. Mai 2017

La Glaneuse - das etwas andere Brockenhaus...

Was lange währt wird endlich gut. Dieser Satz trifft auf den folgenden Post perfekt zu. Denn ich hatte die Bilder dazu bereits im Februar gemacht und dann leider aus Versehen gelöscht. Da ich nun kürzlich nochmals in Biel war (hier habe ich darüber berichtet), kann ich Euch endlich das wundervolle Brockenhaus "La Glaneuse" vorstellen. Ein Ort, der mich immer wieder verzaubert - und leider auch verführt... Denn ich kann ihn einfach nicht verlassen, ohne etwas zu kaufen.
"La Glaneuse" bedeutet die Ährenleserin. Ich finde diesen Namen unsagbar poetisch. Denn er steht für die Menschen, die früher nach der Ernte die letzten Ähren, die auf dem Feld liegen blieben, gesammelt haben. Also das, was die Anderen zurückgelassen hatten und nicht mehr wollten. Die berühmteste Ährenleserin ist wohl Rut, aus dem gleichnamigen Buch der Bibel, die von der armen Feldarbeiterin zur Urgrossmutter von König David wurde.

Mir gefällt der Gedanke, dass man Zurückgelassenes nochmal mit neuen Augen betrachtet und dann vielleicht auch dessen Wert erkennt. So kommt es, dass etliche Dinge bei "La Glaneuse" durchaus auch ihren Preis haben. Das soll aber auch so sein, denn es gibt dort sehr viele hochwertige Artikel. Gleichzeitig sind viele Sachen sehr günstig, so dass für alle etwas mit dabei ist. Da "La Glaneuse" ein Betrieb der gemeinnützigen Gesellschaft Biel ist, kommt der Erlös aus dem Verkauf wohltätigen Projekten zugute. Das gefällt mir sehr gut.

Ich habe bereits mehrmals geschrieben, dass mir Biel sehr gefällt und alleine um dieses wundervolle Brockenhaus zu besuchen, lohnt es sich dahin zu reisen. Ich habe noch nie ein so schönes und liebevoll geführtes Brockenhaus gesehen und glaubt mir, ich war schon in wirklich vielen Brockenhäusern! Bei uns in der Familie gibt es da ja eine grosse Affinität dazu und bereits meine Grossmutter hat mich als kleines Kind zum Stöbern in Antiquitätenläden und Brockenstuben mitgenommen.
Manchmal lohnt es sich, Dinge nochmals von Neuem zu betrachten und zu bewerten und so vielleicht ihren verborgenen Wert zu erkennen...

Nun wünsche ich Euch einen wundervollen Tag! Ich verbringe meinen mit Mama Pinella und einer grossen und einer kleinen Freundin, denn ich habe etwas zu feiern...;)

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. unter www.laglaneuse.ch findet Ihr weitere Informationen zum Brockenhaus und Angaben zum Standort und den Öffnungszeiten.